Gärungsessig bzw. Essigsäure spielen eine bedeutende Rolle in der Ernährung.
Bei Stoffwechselvorgängen in der Natur entsteht als Zwischenprodukt „Essigsäure“. Essigsäure entsteht also auch im menschlichen Organismus. Sobald die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate und Fette zur Energiegewinnung abgebaut werden, produziert er Essigsäure.
Nehmen wir darüber hinaus Essigsäure beispielsweise durch einen mit Essig zubereiteten Salat auf, so üben wir einen positiven Einfluss auf die Verwertung der Nährstoffe aus:
Der Organismus stellt mehr Verdauungsenzyme zur Verfügung und kann die Nährstoffe optimal verwerten. Damit trägt Essig zur besseren Bekömmlichkeit bestimmter Speisen bei (s. Linsen und Spätzle mit einem Schuss Essig).
Zu einer „Übersäuerung“ kann es durch den Verzehr von Essig nicht kommen. Essig erzeugt im Organismus keine saure, sondern eine basische Reaktion. Eine Störung des Säure-Base-Gleichgewichts ist also nicht zu befürchten. Vielmehr trägt ein Glas Wasser mit einem Esslöffel Apfelessig am Morgen zum Säure-Base-Ausgleich bei.
Der mit der Nahrung zugeführte Essig wird innerhalb kürzester Zeit im Stoffwechsel vollständig abgebaut. Die Abbauprodukte werden über Lunge und Niere ausgeschieden.
Gärungsessig wird aus natürlichen Rohstoffen wie Wein, Apfelwein und anderen landwirtschaftlich erzeugten alkoholhaltigen Produkten hergestellt, ist also vollkommen natürlich.
Der Essig in der Küche
Salate anmachen mit Essig
Essig wird vor allem zum Zubereiten von Salatsaucen und Marinaden verwendet. Essig und Öl sind dabei ein unzertrennliches Paar. Zu einem gelungenen Dressing gehört ein guter Essig, er gibt dem Salat den Duft und die Würze.
„5 am Tag“, so lautet die aktuelle Gesundheitskampagne, bei der die Gesundheit der Bevölkerung gesteigert werden soll durch den Verzehr von mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag. Häufiger Verzehr von Salat, das ist Gesundheit, die man schmecken kann und trägt zum Erreichen der „5 am Tag“-Ziele bei.

Die klassische Salatsauce (Vinaigrette) ist einfach und schnell zuzubereitet. Sie enthält auf 3 Teile Öl einen Teil Essig, doch dieses Mengenverhältnis kann nach Geschmack variiert werden. Frische Kräuter und Senf sowie Zwiebeln, Knoblauch, Nüsse oder Sprossen können eine Basis-Vinaigrette bereichern.
Zuerst den Essig mit Salz, Pfeffer und Senf verquirlen. Dann das Öl langsam unter ständigem Rühren zugeben.
Durch das Kombinieren verschiedener Essige miteinander ergibt sich eine Vielfalt an Möglichkeiten für die Zubereitung von Salatsaucen und Marinaden.
Auf den Salat und fertig!
Gemüse kochen mit Essig
Mit Essig zubereitetes Gemüse ist besonders bekömmlich. Ein wenig Essig im Kochwasser sorgt dafür, dass die Farbe sehr heller Gemüsesorten erhalten bleibt oder frischer und appetitlicher aussieht Linsen- und Bohnengerichte werden durch Essig schmackhafter und leichter verdaubar.
Einmachen mit Essig
Was unsere Großmutter schon wusste, stimmt heute noch: Selbsteingemachtes schmeckt einfach besser!
„Man weiß was drin ist!“ - Das sagen viele Hausfrauen bei der Frage, warum sie so gerne einmachen. In unserer modernen Zeit mit den vielen Fertiggerichten hat die Tradition des Selbsteinmachens ihre besondere Berechtigung. Selbsteinmachen ist nicht nur preiswert, es ist auch die individuelle Art der Vorratsbeschaffung und lässt für persönliche Vorlieben und Wünsche der Hausfrau viel Spielraum.
Essig spielt dabei eine wichtige Rolle. In erster Linie zum Haltbarmachen des Eingelegten und natürlich für den Geschmack.
Tipps zum guten Gelingen:
- Nur Früchte und Gemüse ohne Schadstellen verwenden
- Gläser und Verschlüsse vor Gebrauch gründlich reinigen
- Einmachgut sehr sorgfältig waschen
- Das Einmachgut im Glas mit Flüssigkeit gut bedecken
- Gläser kühl und trocken lagern
Am häufigsten eingemacht werden grüne Bohnen, Karotten und Gurken. Anders als beim Obst schätzt man am eingemachten Gemüse vor allem das Feinsaure, Süßsaure und Pikante.
Essig und Fleisch – Essig und Fisch
Mit Essig zubereitetes Fleisch wird besonders zart, weil die Essigsäure das Fleischeiweiß aufschließt. Ein Sauerbraten gewinnt durch das Einlegen in Essigbeize einen würzig-pikanten Geschmack. Grillfleisch, eingelegt in einer Marinade aus Essig und Öl, wird zu einem unvergesslichen Geschmackserlebnis.
Fisch bleibt durch das Einwickeln in ein essiggetränktes Tuch länger frisch und bekommt beim Braten oder Kochen einen hervorragenden Geschmack. Die bei vielen Fischen charakteristische schneeweiße appetitliche Farbe wird durch das Einlegen in Essig davor bewahrt, sich in unappetitliche Grautöne zu verwandeln. Außerdem bindet der Essig unangenehme Gerüche, die beim Arbeiten mit Fisch in der Küche auftreten.
